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TC Am Volkswald: Stolzer Blick auf 60 Jahre Vereinsbestehen

Daniel Henschke,  Essen Lokal vom 06.07.2019
 

Neben zwei Aschenplätzen entstanden in den 1960er Jahren zwei Allwetterplätze, damals eine Sensation.
Foto: TC Am Volkswald (Archiv)

Essen-Heidhausen.  Viele Spieler des TC Am Volkswald schätzen die sportlichen Möglichkeiten der Anlage. Der Vorsitzende Heinz Thiemann stellt seinen Tennisclub vor.


Noch ist es wunderbar ruhig auf der weitläufigen Tennisanlage, die sich an den Heidhauser Volkswald schmiegt. Heinz Thiemann wirft einen Blick auf die Uhr: „Die Jungs kommen gleich. Pensionäre spielen gerne vormittags. Ab 16 Uhr kommt dann der Nachwuchs.“ Womit der 71-Jährige die Fundamente seines Tennisclubs beschrieben hätte: Alte Hasen, die nicht vom Schläger lassen wollen. Und hoffnungsvolle Tennistalente, die noch viel Freude bereiten werden.

Als Vorsitzender des TC Am Volkswald ist Thiemann darauf bedacht, seinen Verein breit aufzustellen: „Wir haben inzwischen viele Familien im Club. Tennis ist längst kein elitärer Sport mehr. Wir sind froh, dass unser Trainer Markus Schmidtke so viele Kinder und Jugendliche an den Verein bindet.“

Seit zehn Jahren leistet Schmidtke erfolgreiche Nachwuchsarbeit. Seine höchst kreativen Ideen fielen auf fruchtbaren Boden, Mitgliederzuwachs und jüngere Altersstruktur waren logische Folgen.
 

Heinz Thiemann, Vorsitzender des TC Am Volkswald, vor dem Clubhaus des Vereins.
Foto: STEFAN AREND

Thiemann selbst ist Quereinsteiger: „Ich komme eigentlich vom Fußball. Mein Mitspieler Udo Schidlowski hat mich damals zum Tennis bequatscht. Vor 20 Jahren bin ich dann hier eingetreten.“ Wenig später war er bereits im Vorstand.

Nun ist Thiemann in der Pflicht als Vorsitzender: „Aber so als Grüßonkel, das wäre nicht meine Art.“ Beruflich war Thiemann ein Macher, als Verkaufsleiter bei Veba und BP oft unterwegs. Auch im Ruhestand gibt es viel zu tun: „Wir haben ein tolles Vorstandsteam. Aber so langsam sollten Jüngere ran. Mit frischen Ideen. Mit anderen Sichtweisen.“

Tennisvereine kämpfen mit finanziellem Druck: „Wir müssen höllisch aufpassen, dass wir über die Runden kommen.“ Die riesige Anlage will gepflegt sein. Da helfen Arbeitseinsätze der Mitglieder: „Die Bereitschaft ist groß. Da kommen immer so viele Helfer, so viele Schaufeln haben wir gar nicht.“

Es lohnt sich: die Volkswälder Anlage liegt idyllisch im Grünen und ist höchst funktional. Vier Plätze sind mit dem innovativen Belag „Tennis Force ES“ versehen. Im Winter steht die feste Halle bereit, dazu werden zwei Plätze mit einer Traglufthalle überdacht: „Da waren wir einer der ersten Vereine in Deutschland.“
Die Anfänge waren schwer – doch der Vereins wuchs schnell

Nun also wird der Verein 60. Die Anfänge waren schwer hier in Heidhausen. Am 27. Oktober 1959 wurde der Tennisclub Am Volkswald aus der Taufe gehoben, Hans Jürgen Bensinger war sein erster Vorsitzender. Schier unendliche Verhandlungen mit Stadt und Land, Tenniskreis, Banken und Baufirmen begannen. Die Stadt Essen stellte eine große Wiese in Hanglage zur Verfügung.
 

Eine kleine Holzbaracke war erster Notbehelf. Später wurde ein „Umkleidehaus mit Jugendraum“ beantragt und im Mai 1966 das Clubhaus eingeweiht.
Foto: TC Am Volkswald (Archiv)

Neben zwei Aschenplätzen entstanden zwei Allwetterplätze, damals eine Sensation. Der Verein wuchs schnell, weitere Plätze kamen hinzu. Doch an ein Vereinsheim dachte noch niemand, dazu fehlte einfach das Geld. Eine kleine Holzbaracke war erster Notbehelf. Später wurde ein „Umkleidehaus mit Jugendraum“ beantragt und im Mai 1966 das Clubhaus eingeweiht.

Gerade dies ist das große Plus des Clubs. So ein Sportverein ist nämlich immer auch ein gesellschaftlicher Faktor. In Heidhausen gibt es kaum andere Möglichkeiten der sozialen Kontaktaufnahme, da lädt Thiemann gerne die vielen neuzugezogenen Mitbürger ein: „Wir haben unser Vereinsheim mit vorzüglicher Küche und gemütlicher Terrasse. Hier kann man auch Bundesliga, Champions League und Wimbledon schauen. Bei uns gibt es neben dem Tennis auch Nordic Walking, Wandern, Radtouren, Feiern, Jazz, Klassik und kulturelle Veranstaltungen.“

Weit über 300 Mitglieder können nicht irren. Auch sportlich fluppt es am Volkswald: „Wir haben gleich fünf Mannschaften in der Verbandsliga.“ So, jetzt muss aber Schluss sein. Kurt Uhlenbruch nähert sich total unauffällig und fragt seinen Präsidenten, auf welchem Platz denn jetzt gespielt wird. Heinz Thiemann schultert die Tennistasche und eilt den Umkleiden zu. Tennis ist halt sein Sport.

Am Samstag, 6. Juli, wird ab 18 Uhr im Vereinsheim am Volkswald gefeiert. Man blickt auf 60 Jahre Vereinsgeschichte zurück und erinnert sich mit Stolz. Heinz Thiemann möchte in seiner Festrede einen Bogen spannen von den Anfängen bis zur Gegenwart. Auch freut er sich darauf, Mitglieder der ersten Stunde begrüßen zu dürfen.

Erst offeriert Clubgastronom Pietro Arcoria seine Köstlichkeiten, dann sorgt ein Discjockey für lockere Stimmung und die Volkswälder schwingen das Tanzbein. Dazu wird es noch die eine oder andere Überraschung geben, kündigt Thiemann an.

Veröffentlicht
15:05:11 06.07.2019