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Nordic Walker begrüßten traditionell das Neue Jahr

Seit über 13 Jahren gibt es im Tennisclub Am Volkswald die Möglichkeit, einmal wöchentlich 90 Minuten in der herrlichen Landschaft des Essener Südens zu walken. Daran beteiligten sich schon mehr als 110 Personen, knapp über 40 bilden den Kreis der Stammwalker.

Meinhard Brummack führt auf immer wieder wechselnden Wegen und Verbindungsvarianten durch Werden und Werden-Land. Das sind die ehemaligen Honnschaften Heidhausen, Holsterhausen, Fischlaken und Hamm. Aber auch Kupferdreh, Velbert und Heiligenhaus werden tangiert.

Zu den Höhepunkten im Jahreskalender gehören u.a. Besuche des Adventsbasars St. Kamillus, des Werdener Weihnachtsmarktes und die Begrüßung des Neuen Jahres. Hierfür wählt Meinhard stets einen besonderen Ort. Die Ruine der Clemenskirche, Kirche Zur schmerzhaften Mutter Maria, Reste des Maschinenhauses der ehemaligen Zeche Rudolph, das Theodor-Mintrop-Denkmal, ehemalige Albert-Sonnenschein-Schule mit dem Hobbybierbrauer Hans Langenkamp oder Aussichtspunkte mit guter Fernsicht bescherten den Beteiligten schon stimmungsvolle Augenblicke.
 

Sonntag, den 6. Januar 2019, war Ziel das Heiligenhäuschen an der Jacobsallee. Trübes Wetter hielt die Zahl der Nordic Walker übersichtlich, einige waren allerdings noch im Weihnachtsurlaub. Die Tradition verhinderte es nicht. Nach einem Kurz-Walk von 45 Minuten verweilte die Gruppe bei leichtem Nieselregen am Bildstock von 1721. Auch wenn Peter Jacobs, Anstaltspfarrer am ehemaligen Werdener Zuchthaus und Gründer des Historischen Vereins für das Gebiet des ehemaligen Stiftes Werden, den Bildstock von geringem künstlerischen Wert hielt, ist er doch ein Kleinod aus der Werdener Historie. Unter Abt Theodor Thier errichtete Bruder Stephanus Hörster seinerzeit diesen und drei baugleiche Heiligenhäuschen für die schon seit dem 16. Jahrhundert existierende Flurprozession. Sie folgte der Legende nach dem Weg eines von Ochsen gezogenen Karrens mit dem Leichnam des 809 in Billerbeck verstorbenen Ludgerus. Er wollte in "seinem" Werden begraben sein und nicht in Münster, wo er nach seiner Werdener Zeit Bischof war. Erst Karl der Große erfüllte mit seiner Entscheidung den Wunsch. Der Bildstock steht seit 1990 unter Denkmalschutz und wurde mehrfach restauriert. Leider ist die Inschrift in dem ovalen Feld aktuell nicht lesbar. In Latein wäre dort neben den Errichtungsdaten zu lesen: Heiliger Liudger, Wundertäter, bitte für uns in der Stunde unseres Todes.

Die auch "Lürsweg" genannte Flurprozession wurde wegen der zugenommenen Bebauung 1967 eingestellt. Zu den anfangs vier Stationen am Viehauser Berg (Nord), Fischlaker Straße (Ost), Jacobsallee (Süd) und Pastoratsberg (West) gesellte sich um 1900 eine weitere in der Ludgerusstraße. Beide Letztgenannten wurden nach Zerstörung nicht wieder aufgebaut.
 

Für den Sektempfang mit selbstgebackenen "Neujährchen" von Gudrun und Karin zog die kleine Schar in wärmere Regionen. Meinhard hatte wegen der ungünstigen Wetterprognose den Saunabereich an seiner Adresse vorbereitet. So konnten sich die Nordic Walker für das Jahr 2019 bestens erwärmen.

 
Meinhard Brummack

Fotos: Privat

Veröffentlicht
10:42:57 09.01.2019