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Das waren die Aufgaben >>, das war die Siegerurkunde >>

Es war noch kühl am Morgen dieses Fronleichnam-Tages. Doch 22 unentwegte Volkswälder Tennisspieler trafen sich auf dem Parkplatz unter der Brücke des Werdener S-Bahnhofs zur alljährlichen Fahrradtour.





Begrüßt wurden alle von den Cheforganisatoren Meinhard Brummack und Michael Deumlich. Viele Teilnehmer hatten sogar ihren „Knitterfreien“ aufgesetzt, um sich bei der anstehenden heißen Rallye bei möglichen Stürzen zu schützen. Andere wiederum kamen fast mit Formel 1 – Mountainbikes, ein Teilnehmer hat es sich nicht nehmen lassen, sein historisches Fahrrad vorzuführen. Bewundert wurde vor allem dessen rostbraune Farbe. Anzumerken ist, dass Fahrer und Rad durchgehalten haben.



Auch gab es kuriose Entschuldigungen für das Nichtantreten der Partner. Der eine erzählte, dass die Garage nicht aufzukriegen war und seine bessere Hälfte deshalb nicht mitfahren konnte, eine andere toppte dies noch mit der Behauptung, dass IHM sein bereitstehendes Fahrrad aus der Garage gestohlen worden war. Er hat es noch samt Dieb davonfahren sehen. Na ja…..

Bei der Auslosung der beiden Elfer-Gruppen wurde schon die Vorentscheidung für den späteren deutlichen Sieg gelegt. Meinhard und seine „Snickers“ fuhren nicht nur am Start vorweg, aber dazu später mehr …

Nach Verteilen der DREI Seiten Aufgaben mit Fotos und Texten, Erläuterung derselben und Küren der Schriftführer in beiden Gruppen ging es los. Zunächst machten sich die Snickers mit Meinhard als Frontmann und Kurt als „Lumpensammler“ auf. Die „Milky Way“ler mit Frontfrau Veronika und „Lumpensammler“ Achim folgten eine viertel Stunde später.

Da der Berichterstatter den „Snickers“ angehörte, soll die Schilderung der Tour mit ihren Begebenheiten in keinster Weise eine Abwertung der „Milkys“ darstellen, auch bei der späteren Bewertung der Ergebnisse wurde auf (fast) strengste Objektivität geachtet.





Von Werden ging es bei doch stärkerer Bewölkung und ätzendem Gegenwind immer der Ruhr entlang nach Kettwig. Nach Überqueren (nicht Durchschwimmen) der Ruhr fuhren wir an Schloß Hugenpoet vorbei durch die Mintarder Aue Richtung Mintard. Die erste Aufgabe, nämlich das Sammeln möglichst vieler Getreidesorten fiel uns leicht. Gerste (lange Grannen), Weizen (ohne Grannen) und Hafer hatten wir schnell gefunden. Nur mit dem Roggen (kurze Grannen) hatten wir Probleme. Dem Vorschlag doch einfach dem Weizen die Grannen zu kürzen und Oberschiedsrichter Michael  als Roggen zu präsentieren folgten wir nicht. Hauptgrund war natürlich unsere Ehrlichkeit, aber auch, dass Michael dies möglicherweise nicht bemerken könne.



Die Klosterkirche in Saarn konnten wir in der inzwischen scheinenden Sonne in all ihrer Herrlichkeit bewundern.

Am Ortsanfang von Saarn sahen wir auch die nächste Aufgabe. Mit unserem ganzen Know-How identifizierten wir die abgebildete Pflanze als Pfeilwinde (Aristolochia macrophylla). Leider verriet die Hausbesitzerin den „Milkys“ trotz Vorwarnung vor noch kommenden 18 Gruppen den Namen der Pflanze. Den botanischen Namen wußten natürlich nur wir.

 











Bei weiterhin schönem Wetter ging es durch Saarn hindurch und ohne dass wir es merkten immer weiter bergan. Der Nachbarsweg, seit ca. 2 Jahren asphaltiert, führte uns mitten durch den Mühlheim/Duisburger Wald.


 

Vorbei am Golfclub erreichten wir nach ca. 2 Stunden Selbeck und die Kirche St Theresia von Avila.  Zuvor kauften wir noch in dem eigentlich geschlossenen Verkaufsstand ein Glas Erdbeermarmelade mit Basilikum. Für Michael natürlich.


An der im Jahre 1892 erbauten Kirche war unser Zwischenstop zum Erholen, Essen fassen und Warten auf die „Milkys“. Ulrike, das Eheweib unseres Sternekochs, erschien nur 2 Minuten nach unserer Ankunft. „Musste noch tanken“ hieß es. Scheint in der Familie zu liegen.

Mit Fleischwurst, leckeren Frikadellen und Brötchen stillten wir unseren Hunger. Für die Vitamin-Junkies gab es frische Mohrrüben. Da Ulrike und Meinhards Frau Elisabeth genug dabei hatten, wir uns natürlich vornehm zurückhielten, war für die inzwischen auch eingetroffene zweite Gruppe noch genug da. Zur Verdauung vor dem Kirchenportal einen GabiKo, was wollten wir mehr.
 





Wieder mit ca. 15 Minuten Vorsprung fuhren wir weiter durch Selbeck über die A52 Richtung Höseler Wald. Die fast letzten Aufgaben, „Bruchstein“-Zaun und Tierärztin sowie den ersten wahrnehmbaren, leichten Anstieg lösten wir erwartungsgemäß mit Bravour. Die letzte Aufgabe, Messung der Strecke vom Friedhof bis zur Landsberger Straße, wurde mit 2 geeichten Tachometern durchgeführt. Genau 780 m. Wie Michael gemessen hatte und mit was, konnten wir nicht nachvollziehen. Jedenfalls waren wir näher an seinem Ergebnis und bekamen den Punkt. Hätten die „Milkys“ doch auch geeichte Tachos benutzt.





Wir waren gerade mal 100 m auf der Ringstraße in Kettwig Vor der Brücke gefahren, als unsere Fahrräder wie von magischen Händen geschoben einen Linksdrall bekamen. Ehe wir uns versahen, saßen wir in Frankenheim’s Brauhaus vor einem leckeren Alt. Nochmals vielen Dank lieber Uli für die Runde. Irgendwie mußten die „Milkys“ das Alt gerochen haben, denn kurze Zeit später stießen sie zu uns.

Hier verließen die 3 Kettwiger, Ulrike und meine Wenigkeit nebst Dirk (der mit der geschlossenen Garage und dem Museumsstück) die Truppe, um die Kettwiger Berge zu erklimmen. Sie waren schon morgens durch das fast menschenleere Ruhrtal nach Werden zum Treffpunkt geradelt.


Siegerehrung und Ausklang

Wie in jedem Jahr fanden sich die Teilnehmer der Tour nach und nach wieder im Clubhaus ein. Nicht mehr verschwitzt und aus der Puste sondern wie aus der Schale gepellt und frisch geduscht waren gegen 16 Uhr alle wieder zusammen.

 

Ja, wenn doch diese Siegerehrung nicht wäre. Wieder waren alle gespannt, wie unser Oberschiedsrichter Michael es schaffen würde, trotz ungleicher Leistungen Gleichstand zu schaffen und beide Teams zu Siegern zu erklären. „Milkys“ und „Snickers“ saßen in bunter Reihe am langen Tisch und harrten seiner Weisheit. Selbst Bärbel und Axel, die mit der Garage bzw. dem geklauten Fahrrad waren komischerweise auch dabei. Ob das am anstehendem Grillen lag?


 

Michael schaffte es wieder in unnachahmlicher, aber kaum nachvollziehbarer Weise dem einen Team einen Punkt zu geben und dem anderen einen weg zunehmen. Es war schon merkwürdig, als die „Milkys“ ihm Raps, auch Ackersenf genannt, als Getreide verkaufen wollten und dafür auch noch einen Punkt bekamen. Jetzt schlug die Stunde der „Snickers“. Raps hatten wir auch, aber doch nicht profan als Getreide, nein als Blumenstrauß für Michael hatten wir ihn mitgebracht. Da strahlte er und wir bekamen zum Mißfallen der „Milkys“ auch einen Extrapunkt.

Es ist doch schon komisch, wenn man bedenkt, dass die „Snickers“ ihre Fragebögen ordnungsgemäß ausgefüllt hatten, und die „Milkys“ immer erst ihren Fotoapparat bemühen mußten. Stelle man sich vor, ein Schüler schreibt nichts in seinen Klausurbogen und zeigt dem Lehrer statt dessen sein Mathebuch.



Es war das erste Mal, dass unsere Oberschiedsrichter Michael eine Mannschaft gewinnen ließ und dann auch noch die richtige, Meinhard mit seinen „Snickers“. Michael hat sich doch als ein wahrer und fairer  Sportsmann gezeigt, indem er den eigentlich viel größeren Vorsprung der „Snickers“ auf EINEN Punkt hat schrumpfen lassen. Glückwunsch dafür, uns natürlich auch.

Während Vater Michael noch mit den Punkten rummauschelte,  fingen Frau Ulrike und Sohn Jeremy an, die Köstlichkeiten vom Grill wie Schnitzel, Steaks, Bratwurst und Fisch aufzufahren. Grillmeister Jeremy machte es perfekt wie vom Vater gelernt. Die dazu gereichten Salate rundeten ein vorzügliches Mahl ab. Mit dem letzten Bissen im Mund flüchteten wir vor dem ersten Regenschauer des Tages ins Clubhaus.

Die Frage nach dem Nachtisch, keiner hatte mehr Hunger, beantwortete Michael in typischer Weise. Seine, von uns mitgebrachte Marmelade servierte er mit frisch aufgebackenen Brötchen und Butter. Hoffentlich haben wir ihm nicht alles weggegessen.


Fazit

Es war ein wunderschöner Tag mit viel Spaß, ohne die hier absichtlich übertrieben dargestellte und nicht vorhandene Rivalität.

Unser Dank gilt Michael, Ulrike und Jeremy, den Anführern Veronika und Meinhard, den „Lumpensammlern“ Kurt und Achim sowie allen die durch ihre gute Laune zu diesem tollen Tag beigetragen haben.

Wir freuen uns auf nächstes Jahr.

woli